LTBT

 
Vertrag zum Verbot von Nuklearwaffentests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser

Limited or Partial Test Ban Treaty (LTBT or PTBT)

Der Vertrag von 1963 verbietet Nuklearwaffentests, die nicht unterirdisch, also in der Atmosphäre, dem Weltraum und unter Wasser durchgeführt werden. Außerdem verbietet er solche Tests, die radioaktive Ablagerungen außerhalb des eigenen nationalen Territoriums verursachen. Der LTBT wird von zwei amerikanisch-sowjetischen Verträgen zur Regelung der Größe und Durchführung von zulässigen Kernexplosionen flankiert: Dem Testschwellenvertrag und PNET (1976).
1996 wurde ein Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen geschlossen.

Unterzeichnet:

5.8.1963

In Kraft getreten:

10.10.1963

Unterzeichner:

Ursprünglich USA, GB und UdSSR.
Inzwischen haben insgesamt 131 Staaten unterzeichnet.

Vertragstext:

TTBT

 
Threshold Test Ban Treaty (TTBT) - Testschwellenvertrag

Vertrag zur Begrenzung von unterirdischen Nuklearwaffenversuchen

Die Vertragsparteien verpflichten sich keine unterirdischen Nuklearwaffenversuche, welche einzeln eine größere Sprengkraft als 150 Kilotonnen TNT haben, durchzuführen. Dieser Schwellenwert (threshold) von 150 Kilotonnen wurde in den 60er Jahren bei vielen Tests überschritten. Um die Überprüfung dieses Schwellenwertes zu erleichtern, wurden bestimmte Gebiete für die Nuklearwaffenversuche festgelegt, deren geologische Daten allen Vertragsparteien zugänglich sein soll.

Unterzeichnet:

26.5.1972

In Kraft getreten:

11.12.1990

Unterzeichner:

USA, UdSSR

Vertragstext:

PNET

 
Peaceful Nuclear Explosions Treaty (PNET)

Vertrag über unterirdische Kernexplosionen zu friedlichen Zwecken

Im Threshold Test Ban Treaty (TTBT) wurde vereinbart eine Regelung - der PNE-Vertrag - für unterirdische Kernexplosionen zu friedlichen Zwecken zu finden. Im Unterschied zum TTB-Vertrag gilt der PNE-Vertrag für alle Gebiete außerhalb der im TTB-Vertrag festgelegten Nuklearwaffen-Testgebiete. Wie beim TTB-Vertrag dürfen einzelne Kernexplosionen nicht mehr als 150 Kilotonnen TNT Sprengkraft entsprechen. Mehrere Kernexplosionen (Gruppen-Explosionen) dürfen zusammen, solange jede Explosion einzeln in ihrer Stärke meßbar bleibt, nicht mehr als 1500 Kilotonnen TNT entsprechen. Sind die einzelnen Explosionen nicht getrennt meßbar, so darf auch hier der 150 Kilotonnen TNT Schwellenwert nicht überschritten werden.

Unterzeichnet:

28.5.1976

In Kraft getreten:

11.12.1990

Unterzeichner:

USA, UdSSR

Vertragstext:

CTBT

 
Comprehensive Test Ban Treaty (CTBT) - Umfassender Teststopp-Vertrag

Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

Der Vertrag, der noch nicht in Kraft treten konnte, verbietet jegliche Art von Nuklearwaffentests als auch alle anderen Formen von Nuklearexplosionen. Er soll damit der Entwicklung neuer Arten von Kernwaffen ein Ende setzen, und die vertikale Weiterverbreitung also die Weiterentwicklung von Kernwaffen beschränken.

Neben dem Testverbot ist im Vertrag die Einrichtung eines internationalen Überwachungssystems (International Monitoring System, IMS) geregelt, damit die Vertragserfüllung auch überprüft werden kann. Obwohl der Vertrag nicht in Kraft getreten ist existiert bereits heute die Preparatory Commission for the CTBTO. Die umfangreiche Website (www.ctbto.org) informiert über die Arbeit der Kommission. Hier ist sowohl das Netz der aktiven wie im Aufbau befindlichen Monitoring-Stationen zu finden wie auch die verwendeten Verifikationstechnologien (Hydroakustik, Infraschall, Radionuklide und Seismik). Die Prep Com hat das Mandat, das International Monitoring System IMS aufzubauen und ein Provisional Technical Secretariat (PTS) in Wien zu unterhalten. Das PTS hat seine Arbeit bereits aufgenommen, bevor der Vertrag in Kraft getreten ist. Das International Data Center analysiert bereits im Testbetrieb die Daten des IMS und erstellt Produkte, mit denen schon jetzt ein Treaty Monitoring möglich ist.

Deutschland ist an dem IMS mit insgesamt fünf Messsystemen beteiligt, die vom Deutschen Nationalen Datenzentrum unterhalten werden. Eine Messstation für Radionuklide wird vom Institut für Atmosphärische Radioaktivität, Freiburg betrieben. Die verwendeten Technologien und betriebsbereiten Messstationen in Deutschland werden auf der Website des Nationalen Datenzentrums beschrieben.

Eine Liste vergangener Nukleartests der USA, Sowjetunion/Russland, Frankreich, Indien und Pakistan sowie seismische Daten sind auf Website des Nationalen Daten Zentrums beschrieben.

Der Vertrag wurde bisher von 101 Staaten (Stand Juni 2003) ratifiziert (inkl. Russland, England und Frankreich); jedoch konnte er noch nicht in Kraft treten, da 44 Staaten, die eine hohe Entwicklung im Nuklear-Bereich haben, den Vertrag ratifizieren müssen. Bisher haben aber nur 31 dieser Staaten (Stand 7.8.2002) ratifiziert. So kam z.B. im US-Senat keine 2/3-Mehrheit für die Ratifikation zu Stande.

Unterzeichnet:

24.9.1996

In Kraft getreten:

noch nicht

Unterzeichner:

165 Staaten (Stand: 7.8.2002)
Liste: CTBTO

Nicht ratifiziert haben:

Vereinigte Staaten, China, Indien, Israel, Pakistan, Nord Korea, Ägypten, Iran

Vertragstext: