Kosten für die Herstellung und Entsorgung der Atomwaffen

 

Den oft nur geringen Ausgaben für die Zerstörung des angehäuften überschüssigen Militärpotentials stehen enorme Herstellungskosten für die Militärausrüstung des Kalten Krieges gegenüber. Die Brookings-Institution in Washington D.C. hat im Rahmen ihres „Nuclear Weapons Cost Study Project“ versucht, eine Kostenschätzung über die Ausgaben der USA für ihren Nuklearwaffenkomplex vorzunehmen [1]. Die Studie berücksichtigt den Zeitraum von 1940 bis 1995. Die USA haben in diesem Zeitraum ca. 70.000 nukleare Sprengköpfe hergestellt. Für den Aufbau und den Unterhalt ihres Nukleararsenals wurden ca. 5,8 Billionen $ ausgegeben [2], über das Dreifache der Militärausgaben der USA im Zweiten Weltkrieg. Weitere 500 bis 1.000 Milliarden müssen hinzugerechnet werden, wenn alle Kosten veröffentlicht und analysiert sind. Tabelle 1 schlüsselt die Kostenanteile auf:

 




Für das Manhattan-Projekt wurden Kosten in Höhe von 20 Mrd. $ errechnet [3]. Tabelle 2 gibt die „Stückpreise für einzelne Nuklearwaffenträger in konstanten US Dollar" an:





Die Folgekosten wie die Abfallentsorgung, die Umweltreinigung und die Lagerung überschüssiger Nuklearwaffen werden für die nächsten 50 Jahre auf mindestens 230 Milliarden US Dollar, wenn nicht auf 500 Mrd. geschätzt [4].

Literatur

 

  • [1] (Siehe eine Kurzfassung in Schwartz 1995)
  • [2] Hier und im folgenden berechnet in konstanten US Dollar von 1995
  • [3] Hier sind die Ausgaben bis August 1945 in konstanten Dollar von 1996 berechnet.
  • [4] Glenn Zorpette: Hanford's Nuclear Wasteland, in: Scientific American, 274(5), May 1996, S. 72-81.