Die Abrüstung und/oder Zerstörung konventioneller Waffen

 

Weltweit sind in den vergangenen zwei Dekade große Mengen schwerer konventioneller Waffensysteme abgebaut worden. Gründe dafür sind:

 

  • Verträge über konventionellen Rüstungskontrolle und Abrüstung in Europa, so der Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE), das „Florenz-Abkommen“ für das ehemalige Jugoslawien, weitere Abrüstungsbestrebungen unter dem Dach der OSZE bzw. globale Abkommen wie die Landminen-Konvention oder die Streubomben-Konvention
  • Streitkräftereduzierungen als Folge regionaler Entspannung und/oder Beendigung von Kriegen und Konflikten im Zusammenspiel mit regionalen DDR-Initiativen (Disarmament, Demilitarization, and Reintegration)
  • Modernisierung technologisch und/oder militärisch veralteter Waffensysteme.

 

Daraus resultierende überschüssige Waffen („surplus weapons“) sind solche, die im Rahmen der nationalen Verteidigung als nicht mehr notwendig erachtet werden. Neben der Möglichkeit des Weiterverkaufs bietet sich die Alternative des Unbrauchbarmachens bzw. der Zerstörung. Konkrete Vorgehensweisen sind:

 

  • Lagerung (Wartestand, Ausschlachtung)
  • Zerlegung und Wiederverwertung brauchbarer Materialien
  • Verschrottung und Endlagerung
  • Konversion für zivile Zwecke

 

Die Datenbank des Bonn International Center for Conversion weist aus, dass 1990 ein historischer Spitzenwert von 625.000 schweren konventionellen Waffen weltweit erreicht wurde. Seitdem sinkt die Zahl der Waffensysteme in den vier erfassten Kategorien Panzer, Flugzeuge/Helikopter, Schiffe und Artillerie. Dieser weltweite Trend steht im Gegensatz zu verstärkten regionalen Rüstungsanstrengungen wie im Nahen Osten oder in Südostasien.