Abrüstung und Vernichtung von chemischen Waffen

 

Das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen (CWÜ) ist am 29. April 1997 in Kraft getreten. Das Abkommen hat 188 Mitgliedstaaten. Nicht beigetreten sind Ägypten, Angola, Nordkorea, Somalia, Südsudan und Syrien. Israel und Myanmar haben das CWÜ gezeichnet, aber nicht ratifiziert. Das Abkommen verbietet Entwicklung, Produktion, Besitz und Einsatz von chemischen Waffen (CW). Die Bestände der Vertragsparteien mussten bis zum Jahr 2012 vernichtet werden. Libyen, Russland und die Vereinigten Staaten sind dieser Verpflichtung bisher nicht nachgekommen. 

Die CWÜ fordert die Zerstörung alter wie neuer CW-Bestände. „Alte chemische Waffen“ werden definiert als CW, die vor 1925 produziert wurden sowie CW, die zwischen 1925 und 1946 hergestellt wurden und in einem so schlechten Zustand sind, dass sie nicht mehr als CW-Kampfstoffe verwendet werden können.  

Allein die Mengen, die während des 2. Weltkrieges produziert wurden, sind enorm. Genaue Angaben sind allerdings nicht bekannt. Die Produktionskapazitäten der USA lagen bei ca. 147.000 Tonnen Senfgas und 42.500 Tonnen Phosgen pro Jahr, die der Sowjetunion bei 120.000 - 150.000 Tonnen Senfgas und 40.000 Tonnen Phosgen. Deutschland hatte 17 Fabriken, die verschiedene Kampfstoffarten produzieren konnten, darunter (maximal pro Jahr) 8.400 Tonnen Phosgen und 64.800 Tonnen Senfgas. De facto wurden diese Kapazitäten jedoch nicht zur Produktion genutzt.[1] Nach dem Krieg beendeten viele Länder ihre Programme und vergruben die C-Kampfstoffe oder versenkten sie im Meer. Die Vernichtung aller deutschen chemischen Kampfstoffe wurde von den Alliierten angeordnet. Die Gesamtmenge chemischer Kampfstoffe aus deutschen Beständen belief sich auf etwa 290.000 Tonnen. Diese verteilten sich auf die damaligen Besatzungszonen der vier Mächte. Insgesamt wurden mehr als 200.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe in der Ostsee „entsorgt“.   Die UdSSR und die USA forcierten nach Kriegsende ihre eigenen Programme. Von ihnen stammen offizielle Angaben über ihre Lager (s. Tabelle 1). 

 

 

Der Irak hat ebenfalls CW hergestellt, die dann im Rahmen der UNSCOM-Inspektionen vernichtet wurden. Heute liegt die Zahl der Staaten, die verdächtigt werden, CW-Lager zu besitzen, bei rund einem Dutzend. Weniger als zehn Staaten sollen heute noch aktiv CW produzieren.

Heute gibt es verschiedene Zerstörungstechnologien zur Vernichtung chemischer Waffen.

Links

 

Organisatonen, die mit der Vernichtung von C-Waffen beschäftigt sind:

 

[1] Andere Länder, wie die Tschechoslowakei, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Polen, Jugoslawien, haben ebenfalls CW produziert. BICC 1997: 182.

[2] Diese Zahlen fußen auf Angaben von J.P. Robinson 1986 bzw. SIPRI 1994. Siehe dazu Martinetz 1996: 222.