Chemische Waffen

 

Chemische Waffen (CW) fußen auf synthetisch hergestellten Substanzen, die von Lebewesen über Haut, Lunge, Augen, Blut, Nerven etc. aufgenommen werden und zur zeitweiligen Paralyse oder zum Tode führen [1]. CW sind auf ihr Gewicht bezogen weniger tödlich als B- oder NW. Um vergleichbare Effekte zu erzielen, müßten dementsprechend größere Mengen an CW versprüht und damit transportiert werden. Die zunehmende Verfügbarkeit von chemischem Know-how und von kommerziell erwerbbaren Produktionseinrichtungen hat zusammen mit dem weltweiten Handel chemischer Substanzen ca. 100 Ländern die Möglichkeit gegeben, Chemiewaffen (CW) wie Phosgen, Senfgas oder Blausäure zu produzieren. Im Gegensatz zu NW, zu deren Herstellung man eine hochspezialisierte technisch-wissenschaftliche Basis benötigt, können CW mittels kommerzieller Anlagen hergestellt werden. Chemieanlagen, die z.B. organische Phosphorpestizide produzieren, könnten innerhalb weniger Wochen auf die Produktion von CW umgestellt werden. Komplexere Agenzien wie Tabun, Sarin, Soman und VX sind dagegen schwerer herzustellen, zumal wenn die Sicherheit der Belegschaft gewährleistet werden soll.

[1] Zu Geschichte und Beständen von C-Waffen siehe: Harigel (2001).


Projekte

SIPRI Forschungsprojekt über Chemische Waffen