Biologische Waffen

 

Biologische Agenzien sind bezogen auf die Letalität pro Masse sogar weitaus tödlicher als Nuklearwaffen (vgl. Tab. 1). B-Waffen sind zumeist krankheitsverursachende Mikroorganismen wie Bakterien, Ricketsien oder Viren. Bestimmte Bakterien werden auch verwendet, um hochgiftige Toxine zu produzieren [1]. Die meisten Agenzien, die für BW-Kriegsführung in Betracht kommen, sind infektiös, aber selten ansteckend. Viele B-Waffen (Anthrax, Pest, Botulinus) sind gegenüber ungeschützten Personen höchst tödlich, wenn das Aerosol in die Lunge der Opfer gelangt. Andererseits können schnell durchgeführte Schutzimpfungen die Todesquoten stark senken. Da die Inkubationszeit in vielen Fällen ein paar Tage beträgt, ist es schwierig den Verursacher zu ergreifen. Andererseits besteht die Gefahr, daß die infizierte Person sich in Unkenntnis der Ansteckung über große Entfernungen bewegt und Epidemien auslöst. Dies ist im Falle einer Ausbreitung von Pocken besonders gefährlich. BW sind geruchlos und für das menschliche Auge nicht sichtbar. Eine Detektion ist schwierig und abhängig von der Art des Angriffs und der Qualität des jeweiligen Gesundheitssystems. Besonders Sensoren für Räume, zur Untersuchung einzelner Personen oder sensitiv für verschiedene Substanzen sind in Zukunft gefragt. Auch werden Möglichkeiten diskutiert, dass terroristische Anschläge auf Nutzpflanzen (Mais, Weizen etc.) enormen ökonomischen Schaden anrichten könnte [2]. Die Behörden, die sich auf B-Terrorismus einstellen müssen, könnten in einem akuten Notfall schnell überfordert sein [3].

[1] Der Dual-Use-Aspekt bei biologischen Agenzien wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Toxine wie Ricin oder Botulin für therapeutische Zwecke verwendet werden. Vgl. Tucker (1994), S. 51-62.

[2] Rogers / Withby/ Dando (1999), Casagrande (2000).

[3] Zu den Problemen und Spannungen im Bereich Strafverfolgung, Gesundheitswesen und Militär siehe z.B. Garrett (2001).

Literatur

 

  • Tucker, J.B.: Toxic Terror - Assessing Terrorist Use of Chemical and Biological Weapons, MIT Press, London, England 2000