IANUS

Im Frühjahr 1988 nahm die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS) ihre Arbeit an der Darmstädter Hochschule auf. In den Anfangsjahren widmete sich IANUS überwiegend naturwissenschaftlich orientierten Forschungsprojekten, die als spezifische Ergänzung politik- und sozialwissenschaftlich geprägter Friedensforschung konzipiert wurden. Im Frühjahr 2000 wurde IANUS für diese über zehn Jahre geleistete Arbeit mit dem Göttinger Friedenspreis der Roland Röhl Stiftung ausgezeichnet. Über den friedenswissenschaftlichen Bezug hinaus wollen die IANUS-Mitglieder Wege finden, gesellschaftliche Verantwortung in den Wissenschaften und in der Hochschule wahrzunehmen. Daraus haben sich einerseits ein Engagement in der Lehre und weitere Aktivitäten in der TU Darmstadt ergeben, die sich u.a. in Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen Themenstellungen widerspiegeln. Andererseits wurde die IANUS-Thematik deutlich erweitert. Heute spielen grundsätzliche Fragen des Umgangs mit dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt, der konkret anhand verschiedener Forschungs- und Technologiefelder diskutiert wird, ebenso eine Rolle wie Untersuchungen im Hinblick auf rüstungstechnische Gefährdungen. So sind Fragen im Bereich Energieforschung und -politik, biomedizinischer Forschung, Gefährdungen des Klimas und der Biodiversität zu IANUS-Themen geworden.

Die Zielsetzung der IANUS-Arbeit in Forschung und Lehre ist formuliert im IANUS-Rahmenthema:
Kooperative Lösungen technikbedingter Konflikte im Kontext von Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Unter diesem Programm arbeitet IANUS zu den Themen:

 

  • Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung im Bereich von atomaren und biologischen Waffen sowie deren Trägersystemen. Beseitigung von waffenfähigen Stoffen. Konzeptionen für eine kernwaffenfreie Welt.
  • Zivil-militärische Ambivalenz von Naturwissenschaft und Technik sowie Rüstungstechnikfolgenforschung mit Schwerpunkt im Bereich biologischer und nuklearer Forschung und Technik. Entwicklung eines Konzepts präventiver Rüstungskontrolle.
  • Verantwortbare Energieversorgung für die Zukunft. Zukunftsfähigkeit fortgeschrittener Nuklearsysteme.
  • Konflikte um biologische Vielfalt. Biodiversität.
  • Mathematische Modelle im Sicherheits- und Umweltbereich. Internationale Kooperation in der Klimapolitik.
  • Konfliktfeld Stammzellforschung.
  • Verantwortung und Ethik in der Wissenschaft. Entwicklung eines Konzepts prospektiver Bewertung und Gestaltung von Technik und Wissenschaft. Erprobung an exemplarischen Fällen.
 
Aktuelle Projekte:

 

 

Alle Informationen entstammen der eigenen Web-Angaben der IANUS-Arbeitsgruppe.